Entkernung des Firmsakramentes


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Das Bistum München Freising ist groß. Sehr groß. Mit rund 1,5 Millionen Katholiken ist es eines der größten Bistümer im deutschsprachigen Raum. Trotz der enormen Größe besteht aber der pastorale Wunsch, besonders bei einem so wichtigen Sakrament wie der Firmung, den Jugendlichen ein Zeichen der Nähe zu vermitteln und den Spagat zu wagen, in den hunderten von Pfarreien und Pfarrverbänden Firmungen in kleinen, auf die Jahrgänge beschränkten Gruppen durchzuführen und gleichzeitig durch das Entsenden von Priestern, die als Domkapitulare oder mit ähnlich hohem Rang eine bedeutende diözesane Stellung innehaben, das Gefühl für die Weltkirche zu vermitteln.

Das Problem dabei ist nur, dass so etwas nicht funktionieren kann. Entweder legt man den Schwerpunkt auf pastorale Nähe, oder aber man akzentuiert den Aspekt der Weltkirche.

Früher hat das wunderbar mit Weihbischöfen funktioniert. Ein Bischof im Ornat, der in seinem Amt bereits alle kirchlichen Aspekte der Weltkirche verkörpert, der mit Hirtenstab und Mitra eine direkte Verbindung zu Aposteln und bekannten Heiligen der Geschichte (vielen wird St. Martin in den Sinn kommen) symbolisch in die Gemeinden trägt, erzeugt bei Firmlingen von selbst eine ehrfürchtige Stimmung: das Gefühl an etwas Größerem teilzunehmen, verbunden mit der Freude, dass sich die große weite Kirche zur Erteilung des Sakraments persönlich bemüht, die Hand auflegt und so den Geist Gottes vermittelt. Der Bischof verkörpert in diesem Akt wie kein anderer die Übertragung des Heiligen Geistes durch die Jahrtausende währende apostolische Sukzession von Christus, über Päpste und Bischöfe bis hin auf jeden gefirmten Christen.

Heute ist das schwieriger, da Rom vermutlich dem deutschen Apparat an Kirchenfunktionären, den viele für völlig überdimensioniert halten, nicht unbesehen weitere Weihbischöfe hinzufügen wird. Da ist es weitaus einfacher, ein paar Priester mit besonderen Aufgaben zu betrauen und die Frage nach weiteren Bischöfen elegant zu umgehen. Dennoch sollte man sich die Frage stellen, ob es nicht deutlich sinnvoller wäre, eine Vielzahl der kirchlichen Posten auf den Prüfstand zu stellen und durch eine Verkleinerung der Diözesanstrukturen evtl. mehr Bischofsweihen genehmigt zu bekommen.

Grundsätzlich muss man sich entscheiden. Will man die Verbundenheit mit der Weltkirche herausstellen, braucht man mehr Bischöfe. Will man mehr pastorale Nähe, wäre der Priester vor Ort der richtige Kandidat, die Firmung zu erteilen, in der Erwachsenenkatechese tut er das eh schon.

Die schlechteste Lösung ist es, für die Liturgie der Firmung einen völlig unbekannten Priester aus der Diözesanverwaltung einzusetzen, dessen Amt, Aufgabe und Relevanz einem durchschnittlichen Jugendlichen, der zur Firmung antritt, nicht zu vermitteln ist und der dann nach der Liturgie wieder entschwindet. So hat man beides nicht: keine Weltkirche und keine pastorale Nähe.

Stattdessen hat man demonstriert, wie man mit Taschenspielertricks und Vereinsmeierei Posten vergibt und meint, nach außen hin eine Größe darstellen zu können, die sich schon beim ersten Anblick als potemkinsches Dorf entpuppt.

Thod Verfasst von:

Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.

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