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Der Charakter zeigt sich in besonderer Weise beim Umgang mit seinen Gegnern.
Es ist modern geworden, sich selbst in besonderer Weise für moralisch zu halten und alle anderen zu belehren. Wer sich nicht belehren lässt, erhält eine Feindmarkierung und verliert seinen Status als Mensch: man kann auf ihn einschlagen und seine Aggressionen schamlos an ihm ausleben.
Zum Gutsein braucht es ein Gegenüber. Erst durch die Abgrenzung kann man auf seine ethische Überlegenheit hinweisen und erhält zugleich ein Ventil zum gerechtfertigten Ausleben eigener niedriger Instinkte. Erst im „Wir“ gegen „Die“ kann man die Guten von den Bösen trennen. Man schart Menschen um sich, die zur selben Seite gehören. Von ihnen droht keine Gefahr und man fühlt sich sicher.