Kategorie: Spiritualität

17. August 2026

Lesedauer
6 Minuten

Es kommt auf den Standpunkt an. Immer.

Das Bild zu diesem Beitrag zeigt einen Ausschnitt einer römischen Straßenkarte, der Tabula Peutingeriana. Die Pergamentrolle wurde auf Reisen mitgeführt und stellte das gesamte römische Straßennetz dar; die Knicke auf den Straßen markierten Reisetage. Vergleicht man sie mit heutigen Satellitenbildern oder gängigen Karten wird man feststellen, dass sie geographisch wenig miteinander zu tun haben. Das Mittelmeer ist in zwei lange horizontale Arme gespalten deren oberer Teil das Adriatische Meer darstellt, im Zentrum Rom mit dem italienischen „Stiefel“ als lange Landzunge.

15. Juli 2026

Lesedauer
3 Minuten

Ich war früher gern im Gebirge wandern. Damals, als man dafür noch keinen eigenen Namen hatte. Ich war nicht „hiking“, betrieb kein „Trecking“, genauso wenig, wie ich als Radfahrer „biken“ war, auch wenn die Strecke Köln-München schon irgendwie sportlich klang.

Dabei darf man die neuen Bezeichnungen nicht als bloße Namen missverstehen, die man aus dem Englischen eingebürgert hat. Es sind andere Konzepte. Wer seiner Freizeitgestaltung eins dieser angesagte Labels aufdrückt, will sich nicht nur bewegen, will nicht bloß die Natur erleben, sondern der schließt sich mit dem Motto einer Bewegung an.

13. Juni 2026

Lesedauer
2 Minuten

Das Bistum München Freising ist groß. Sehr groß. Mit rund 1,5 Millionen Katholiken ist es eines der größten Bistümer im deutschsprachigen Raum. Trotz der enormen Größe besteht aber der pastorale Wunsch, besonders bei einem so wichtigen Sakrament wie der Firmung, den Jugendlichen ein Zeichen der Nähe zu vermitteln und den Spagat zu wagen, in den hunderten von Pfarreien und Pfarrverbänden Firmungen in kleinen, auf die Jahrgänge beschränkten Gruppen durchzuführen und gleichzeitig durch das Entsenden von Priestern, die als Domkapitulare oder mit ähnlich hohem Rang eine bedeutende diözesane Stellung innehaben, das Gefühl für die Weltkirche zu vermitteln.

5. April 2026

Lesedauer
3 Minuten

Was gibt Halt im Leben? Worauf kann man seine Hoffnungen stützen, seine Träume? Auf welchem Boden kann man gefestigt stehen und den Anfeindungen trotzen, die einem täglich wie stechender Eisregen, von einem unerbittlichen Sturm getrieben, ins Gesicht schlagen? Von einem Sturm, der einen wie mit kalten Händen unter die Achseln greift, dem Boden zu entreissen droht und dessen eisiger Hauch sich langsam lähmend im Körper ausbreitet, gefolgt von einer Illusion der Wärme, mit der er seinen tödlichen Griff zu vollenden ansetzt?

28. März 2026

Lesedauer
4 Minuten

Auf der Social-Media-Plattform X erhielt ich unlängst folgende bemerkenswerte Antwort eines katholischen Priesters auf meine Ansicht, dass das Geschlecht des Priesters Auswirkungen auf das Gottesbild von Gläubigen habe:

„Das Geschlecht des Kultpersonals hat nun wirklich gar nichts mit Mono- oder Polytheismus zu tun.“

Nun mag es an der Flüchtigkeit des Mediums liegen, dass man schnell mal auf etwas antwortet ohne es richtig gelesen zu haben, denn natürlich sprach ich nicht vom Polytheismus, sondern vom Pantheismus, doch das ist gar nicht mal der Punkt: der Begriff des Kultpersonals ist der, der mich stutzig gemacht hat.

22. April 2020

Lesedauer
6 Minuten

Jules: Ja, ich hab über einiges nachgedacht.
Vincent: Worüber?
Jules: Über das Wunder, dessen Zeugen wir wurden.
Vincent: Dessen Zeuge du wurdest. Ich wurde Zeuge eines verrückten Zufalls.
Jules: Was ist ein Wunder, Vincent?
Vincent: Eine Tat Gottes.
Jules: Und was ist eine Tat Gottes?

11. Januar 2020

Lesedauer
< 1 Minute

Aus gegebenem Anlass.

Eigentlich nicht nur aus einem.

Es gibt in diesem blühenden Land einen Berufstand ohne Lobby. Die Vorgesetzten arbeiten mit voller Kraft und immensem finanziellen Aufwand an der Vernichtung der Geschäftsgrundlage, wälzen Arbeit und Verantwortung auf ihr Personal ab und lassen es wo immer sich die Möglichkeit dazu gibt, im Regen stehen.

1. März 2019

Lesedauer
4 Minuten

…ist ein Vortrag auf YouTube überschrieben. Nun. Zur Verantwortung erfährt man da wenig. Aber der Titel ist ja auch nicht von Precht selbst.

Der Vortrag bildet den Auftakt einer Promotion-Kampagne eines Naturkundemuseums. Verständlich, dass man dort auf den medial äußerst präsenten und positiv besetzten Vorzeigeintellektuellen setzt. Dieser, wiederum, tut seine Arbeit. Er liefert ab. Zwar nicht wirklich philosophisch, auch nicht intellektuell, aber immerhin die passenden ideologischen Phrasen, eloquent vorgetragen.

2. Dezember 2018

Lesedauer
3 Minuten

Heute gab es zum Ende der Heiligen Messe wieder einmal eine karitative Ankündigung. Für ein afrikanisches Projekt werde die nächsten Wochen im Anschluss an die Gottesdienste gesammelt. Vorgetragen wurde die Info von einer Ministrantin, die zuvor Dienste des Akolythen wahrgenommen hatte.

20. Oktober 2018

Lesedauer
3 Minuten

Wenn ein Mensch Lebensfreude ausstrahlt, dann ist es unsre jüngste Tochter, Finja. Wachsam erkundet sie mit ihren eineinhalb Jahren die Welt, jede Form der Aufmerksamkeit erwidert sie mit einem warmherzigen Lächeln. Auch Fremden fällt gleich auf, wie entspannt und fröhlich dieses Kind ist. Sie ist unser aller Stolz, Ruhepol und Sonnenschein der ganzen Familie.

Eine große Hilfe ist sie auch unserem Neuzugang, der vor einer Woche das Licht der Welt erblicken dürfte und der gerade wenn ihn der Hunger drückt, immer gleich nahe der Panik ist. Panik hingegen kennt Finja gar nicht und könnte sie es bereits, würde sie über so ein Verhalten wohl den Kopf schütteln. Stattdessen schaut sie ihn ruhig und verwundert an und versucht Händchen zu halten – was ihn beruhigt.