Kategorie: Ethik & Moral

3. Oktober 2026

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8 Minuten

Angefangen hatte es mit der Personen-ID. Die meisten hatten sie begrüßt, da endlich mal ein konkreter Schritt zur Digitalisierung unternommen wurde. Die Vorteile lagen auf der Hand, man konnte sich leicht ausweisen, sparte Aufwand bei Ämtern und es wurde auch immer einfacher, verschiedene Dienste zu verbinden: beim Einkauf, auf der Bank, An- und Abmeldungen von Vereinen und vieles mehr. Zudem bekam gleich von Anfang an jeder, der sein Handy oder Computer mit der ID verband, einen recht großzügig bemessenen Onlinespeicher, auf dem man seine Dokumente, Bilder, Musik- und Videodateien ablegen konnte, ohne eine zusätzliche Gebühr bei einem Anbieter zahlen zu müssen. Gratis und ein Leben lang.

24. August 2026

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2 Minuten

Ich bin in den 80er Jahren in die Schule gegangen, mein Abitur habe ich 1991 gemacht, also 46 Jahre nach Kriegsende. Dennoch war der Zweite Weltkrieg im Unterricht derart präsent, dass man hätte denken können, er wäre erst gestern beendet worden oder er stünde direkt wieder bevor und gerade letzteres mag zu Zeiten des Kalten Krieges tatsächliche die Befürchtung Vieler gewesen sein.

Dennoch war der Begriff des Nationalsozialismus, der im Grunde synonym mit Holocaust und Kriegsverbrechen einherging, schon damals zur Marke verkommen. Eine inhaltliche, gar philosophische Auseinandersetzung mit der Systematik dieser Staatstheorie wurde nicht angegangen, Staatstheorien endeten bei Hobbes, Locke und Rousseau, und der Unterricht beschränkte sich im Wesentlichen auf Nachkriegsliteratur, Schilderungen der Gewalt und ein paar groben historischen Einordnungen, die über Jahre wiederholt wurden: von Anne Frank über Borchert zur Kriegschuld-Debatte.

21. August 2026

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3 Minuten

Harmonie und Ästhetik waren ihr immer besonders wichtig. Sie war ein guter Mensch, und dass man das auch von außen her sah, darauf legte sie viel wert. Sie war freundlich, zurückhaltend, ließ anderen gern den Vortritt und genoss es, andere zu beschenken weit mehr, als selbst etwas zu empfangen. Wären andere nur ein bisschen mehr wie sie, dann wäre schon viel erreicht, dachte sie sich häufig.

Auch äußerlich war ihr Auftreten von Sorgfalt geprägt. Sie war reinlich, alles hatte seinen Platz und nichts stand ohne Grund irgendwo im Raum. „Ordnung ist das halbe Leben“ war der Leitsatz, auf den sie einen Großteil ihrer Lebensphilosophie stützte. Unordnung bedeutete Chaos: die unausweichliche Anhäufung von mehr Unordnung in Folge, zunehmend dann auch Schmutz, Zerstörung und entweder mehr Arbeit, oder aber ein völliges Entgleiten.

„Wehret den Anfängen“ kam darum als Motto gleich hinten an, oft direkt in Kombination. Und das tat sie.

17. August 2026

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6 Minuten

Es kommt auf den Standpunkt an. Immer.

Das Bild zu diesem Beitrag zeigt einen Ausschnitt einer römischen Straßenkarte, der Tabula Peutingeriana. Die Pergamentrolle wurde auf Reisen mitgeführt und stellte das gesamte römische Straßennetz dar; die Knicke auf den Straßen markierten Reisetage. Vergleicht man sie mit heutigen Satellitenbildern oder gängigen Karten wird man feststellen, dass sie geographisch wenig miteinander zu tun haben. Das Mittelmeer ist in zwei lange horizontale Arme gespalten deren oberer Teil das Adriatische Meer darstellt, im Zentrum Rom mit dem italienischen „Stiefel“ als lange Landzunge.

16. Juni 2026

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4 Minuten

Gerade in einer moralisch und emotional aufgeladenen Zeit wie der unsrigen ist es nicht ganz ungefährlich, eine solche Aussage zu tätigen. Und wenn ich es genau nehme, ist sie zudem auch nicht ganz ehrlich, denn „interessieren“ tun mich die viel beschworenen Werte durchaus, nur halt nicht im Sinne einer Zustimmung, sondern aus einer tief empfundenen Ablehnung heraus. Und ja, ich muss auch zugeben, dass man mich hier der Hassrede bezichtigen könnte, denn auch wenn ich Position und Menschen durchaus zu unterscheiden weiß, so lehne ich das moderne von diesem Staat getragene Wertesystem aus vollem Herzen und wie ich denke auch aus gerechtem Zorn heraus, rundweg ab. Uns wird mit einer Perversion christlicher Moral und Anthropologie im Brustton moralischer Überlegenheit die Luft abgeschnürt und man kann im Dienste der Menschheit hier nicht deutlich genug widersprechen.

15. Juni 2026

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5 Minuten

Beschäftigt man sich mit gesellschaftlichen Themen, stößt man früher oder später auf diesen Satz. In der Regel ist damit ein Appell an Menschen mit Vermögen verbunden, der selten näher ausgeführt wird, oft aber auf die Abgabe desselben hinausläuft. 

Oft steht dieser Anspruch wie ein Dogma im Raum und jeder Widerspruch macht verdächtig. Wozu Eigentum aber konkret verpflichtet und ob oder warum das überhaupt so ist, das zu fragen scheint ein Tabu zu sein.

27. Mai 2026

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3 Minuten

Es gibt Menschen, denen geht es gut. Immer. Und wenn sie persönliche Schicksale erleiden, dann stehen sie auf, schütteln sich wie ein Hund, der aus dem Wasser tritt und alles ist wieder gut.

Das Einzige was sie betrübt sind Mitmenschen, die ihren Finger immer wieder in Wunden legen, die sie selbst zu ignorieren gelernt haben oder die sie ihrem Naturell entsprechend, erst gar nicht wahrnehmen.

19. April 2026

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13 Minuten

Dummheit oder andere Weltsicht?

Immer häufiger muss man sich die Frage stellen, ob politisches Handeln schlicht der Unwissenheit über historisch längst erkannte Zusammenhänge entspringt, ob simple Einsichten über das Wirtschaften, menschliche Egozentrik, Grundbedürfnisse von Kindern, Familien, Alten und Kranken oder über ganz allgemeine Konventionen des Anstands nicht mehr bekannt sind, oder ob die Missachtung traditionell als natürlich empfundener Regelungen einer Logik entspringt: einer neuen völlig anderen Art zu denken und die Welt zu begreifen und zu gestalten.

13. März 2026

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2 Minuten

Der Kölner Dom und ihm folgend wohl auch andere Kirchen werden für den Besuch außerhalb von Messzeiten Eintritt verlangen. Für den Dom sind Preise von bis zu 13 EUR im Gespräch. Die Gier der Kirchenfunktionäre scheint keine Grenzen zu kennen.

Ich empfinde es immer schon als ein Übel, wenn man Kirchen zu Museen degradiert und Eintritt verlangt. Auch wenn das vielerorts üblich ist, so widerspricht es doch meinem religiösen Empfinden, dem tiefen Wunsch, einen Ort der Nähe Gottes aufzusuchen, um im Schatten des Tabernakels mit Blick auf das Ewige Licht mein Herz öffnen zu können.

4. Januar 2026

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3 Minuten

Wer etwas erreichen möchte, versucht gleichgesinnte um sich zu sammeln, eine Gruppe, eine Gemeinschaft aufzubauen, denn gemeinsam, das weiß man mittlerweile bereits im Kindergarten, gemeinsam ist man stark.